Die Ausstellung spannte einen Bogen vom Triptychon „Harmonie der Gegensätze“, einem Höhepunkt von Noldes Spätwerk und seinem einzigen weltlichen Triptychon, bis zum religiösen Triptychon „Martyrium“, das Ada Nolde als „voll Grausen und Glut, voll reifster Erfahrung, voll Feuer und Tollheit“ beschrieb. Zu den selten oder noch nie präsentierten Schätzen zählten Objekte aus Emil Noldes privater Sammlung, mit denen er für seine Stillleben stimmungsvolle Kompositionen schuf.
Während die denkmalgerechte Sanierung des Wohn- und Atelierhauses Seebüll im Sommer 2022 abgeschlossen wurde, fand die Ausstellung zum letzten Mal in den Räumen des Besucherforums statt.
Thematisch widmete sich die Jahresausstellung Noldes Fähigkeit, stille Momente in all seinen Motiven einzufangen. Ob das ruhig daliegende Meer, weite Ebenen im Sonnenuntergang oder Menschen in tiefer Versunkenheit – die Werke zeigten Momente der Ruhe, Konzentration und Ausgeglichenheit. Meere und Landschaften wirkten friedlich, vom Menschen ungestört, während die Farbigkeit und Komposition die besondere Balance von Noldes Schaffen hervorhoben. Auch Porträts gaben diese Stille wieder, indem die dargestellten Personen in sich versunken und unbeobachtet erschienen.