1. März – 31. Oktober, täglich 10:00 – 18:00 Uhr
1. März – 31. Oktober, täglich 10:00 – 18:00 Uhr
66. Jahresausstellung 2022
EMIL NOLDE –
STILLE WELTEN
EMIL NOLDE – STILLE WELTEN
Emil Nolde, „Liegender Akt“, Gemälde 1901 (später überarbeitet)
© Nolde Stiftung Seebüll

Über die Ausstellung

Die 66. Jahresausstellung „Emil Nolde – Stille Welten“ zeigte 2022 einen neuen Blick auf das Werk Emil Noldes und verdeutlichte die Relevanz seiner Kunst für die Gegenwart. Rund 90 Werke – bekannte Klassiker und Neuentdeckungen – aus allen Motivwelten und Schaffensphasen des Künstlers wurden präsentiert: von Wikingern über biblische Szenen bis hin zu Landschaften und Blumen. Dank einer jüngsten Dauerleihgabe konnte ein von Emil Nolde 1912 zerschnittenes Gemälde wieder zusammengeführt werden.

Die Ausstellung spannte einen Bogen vom Triptychon „Harmonie der Gegensätze“, einem Höhepunkt von Noldes Spätwerk und seinem einzigen weltlichen Triptychon, bis zum religiösen Triptychon „Martyrium“, das Ada Nolde als „voll Grausen und Glut, voll reifster Erfahrung, voll Feuer und Tollheit“ beschrieb. Zu den selten oder noch nie präsentierten Schätzen zählten Objekte aus Emil Noldes privater Sammlung, mit denen er für seine Stillleben stimmungsvolle Kompositionen schuf.

Während die denkmalgerechte Sanierung des Wohn- und Atelierhauses Seebüll im Sommer 2022 abgeschlossen wurde, fand die Ausstellung zum letzten Mal in den Räumen des Besucherforums statt.

Thematisch widmete sich die Jahresausstellung Noldes Fähigkeit, stille Momente in all seinen Motiven einzufangen. Ob das ruhig daliegende Meer, weite Ebenen im Sonnenuntergang oder Menschen in tiefer Versunkenheit – die Werke zeigten Momente der Ruhe, Konzentration und Ausgeglichenheit. Meere und Landschaften wirkten friedlich, vom Menschen ungestört, während die Farbigkeit und Komposition die besondere Balance von Noldes Schaffen hervorhoben. Auch Porträts gaben diese Stille wieder, indem die dargestellten Personen in sich versunken und unbeobachtet erschienen.

Person mit gelblicher Hautfarbe sitzt im Vordergrund in einem strahlend blauen Umhang mit Kapuze; dahinter zwei Personen mit schwarzen Haaren in rosa-weißen Umhängen vor grün-braunem Hintergrund.
Emil Nolde, „Harmonie der Gegensätze B“, Gemälde 1946
© Nolde Stiftung Seebüll
Zwei gelbe und eine orangefarbene Sonnenblume mit kräftigen grünen Blättern und langen Stielen vor rot-orangefarbenem Blumen auf dunkelerdigem Hintergrund.
Emil Nolde, „Sonnenblumen“, Gemälde 1926
© Nolde Stiftung Seebüll

Zu den erstmals in Seebüll gezeigten Exponaten gehörten bedeutende Dauerleihgaben: das Blumenbild „Sonnenblumen“ von 1926 aus dem Besitz des Norddeutschen Rundfunks sowie Werke aus dem Nachlass der Sammler Dr. Karl-Heinz und Renate Kürten. Hierzu zählte auch „Wiking (Halbfigur)“, die linke Hälfte eines 1912 von Nolde zerschnittenen Gemäldes. Zusammen mit der rechten Hälfte aus der Seebüller Sammlung wurden die beiden Hälften nach mehr als 65 Jahren wieder vereint.

Dank der großzügigen Unterstützung der Leihgeber konnten diese bedeutenden Werke einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden. Die Ausstellung verdeutlichte eine bislang wenig beachtete Facette von Noldes Schaffen: die Ruhe, Ausgewogenheit und Farbkraft, die den stürmischen Expressionisten zugleich als Meister der feinen Balance zeigten.

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Einblick in die 66. Jahresausstellung

Reetgedeckter Dreikanthof, zu dem ein Sandweg führt, umgeben von Grünflächen und Bäumen; eine Frau geht mit einem Eimer oder Milchkanne über den Rasen auf den Hof zu.
Emil Nolde, „Einfahrt zur Heimat“, Gemälde 1898
© Nolde Stiftung Seebüll
Dicht stehende Baumstämme auf braun-grünem Waldboden, dazwischen ein hellgrüner Hintergrund.
Emil Nolde, „Waldboden“, Gemälde 1906
© Nolde Stiftung Seebüll
Rötliche Buddhafigur mit gelbem Heiligenschein, vor einem dunklen Hintergrund mit gelblichen, tapetenartigen Blumenmustern.
Emil Nolde, „Buddhafigur“, Gemälde 1911
© Nolde Stiftung Seebüll
Kuhfigur beim Melken durch eine Person auf braunem Untergrund, dahinter zwei orangebraune Sonnenblumen mit grünen Stielen vor hellblauem Hintergrund.
Emil Nolde, Sonnenblumen und Porzellankuh, Aquarell 1915/1918
© Nolde Stiftung Seebüll
Rotes Reetdachhaus in dunkelgrüner Landschaft mit Mühle und Pferd unter einem dunkelblauen, wolkenverhangenen Himmel.
Emil Nolde, „Landschaft (Haus, Pferd, Mühle)“, Gemälde 1920
© Nolde Stiftung Seebüll
Reiter auf schwarzem, weiß gepunktetem Pferd mit weißem, schwarz gepunktetem Hund darunter; flankiert von einer Frau und einem Mann in Kimonos mit hellen Gesichtern vor dunkelblauem Hintergrund.
Emil Nolde, „Stilleben (Reiter und Chinafiguren)“, Gemälde 1920
© Nolde Stiftung Seebüll
Porträt einer dunkelhaarigen Frau mit khakifarbenem Oberteil, den Kopf leicht seitlich geneigt und die rechte Hand an der Wange; dunkler blauer Hintergrund.
Emil Nolde, „Frau, sinnend“, Gemälde 1920
© Nolde Stiftung Seebüll
Kreuzigungsszene mit Jesus am Kreuz, flankiert von mehreren Figuren mit grotesk wirkenden Gesichtszügen; im Vordergrund stehen zwei Personen eng beieinander und blicken sich an.
Emil Nolde, „Martyrium II“, Gemälde 1921
© Nolde Stiftung Seebüll
Drei Segelschiffe auf einem gelb-grünen Meer unter einem Himmel in Rot-, Gelb- und Blautönen.
Emil Nolde, Helles Meer (Segler und kleiner Dampfer), Aquarell 1946
© Nolde Stiftung Seebüll
Madonnenfigur mit rotem Gewand und gelbem Schleier, ein Kind auf dem Arm, vor weißen Veilchen mit grünen Stielen vor dunkelblauem Hintergrund.
Emil Nolde, Madonnenfigur und weiße Alpenveilchen, Aquarell
© Nolde Stiftung Seebüll