Winterpause – Ab 1. März 2026 ist das Museum wieder geöffnet
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Noldes Garten – Ein Paradies

Der Garten in Seebüll war für Emil und Ada Nolde weit mehr als nur ein Ort der Erholung – er war Inspirationsquelle und Ausdruck ihrer gemeinsamen Gestaltungsfreude. Mit großer Hingabe und tiefer Naturverbundenheit schufen sie im Süden des Wohn- und Atelierhauses einen einzigartigen Künstlergarten. Was heute als blühender Paradiesgarten begeistert, ist das Ergebnis ihrer sorgfältigen Planung und liebevollen Zuwendung.

Noldes Garten – Ein Paradies
Sommerliche Blumenpracht am Seebüllchen
Foto: Storyfischer

Wo immer sich Emil und Ada Nolde niederließen, lebten sie mit einem Bauerngarten. Als Nolde 1926 Seebüll kaufte, war die Warft von grünem Grasland umgeben. Seebüll ist der erste ganz nach ihren Vorstellungen angelegte Garten. Um den Kleiboden für Blumen, Stauden, Sträucher sowie Obst- und Gemüsepflanzen fruchtbar zu machen, verbesserten sie die Erde über die Jahre. Ein Reetzaun und mehrere Reihen Bäume und Büsche schützen den Garten vor dem unbarmherzigen Westwind. Mehrere große Beete formen zusammen die Initialen des Paares, A und E, verbunden durch eine Vogeltränke mit Wasserspiel.

Im Garten malte Nolde leuchtende Aquarelle. Seine Blumenbilder in Öl entstanden hingegen meist im Atelier. Der Garten erstrahlt zu jeder Jahreszeit in neuen Farben, ihren Höhepunkt erreicht die Blütenpracht von Mitte Juli bis Mitte August und erlebt mit den Dahlien im Spätsommer einen üppigen Ausklang. Der historische Garten umfasst einen umfangreichen Staudenbestand, ergänzt durch ein- und zweijährige Sommerblumen.

Auch der Baumbestand ist bemerkenswert: Pappeln, Weiden und Weißdorn prägen das Landschaftsbild. Sie regulieren das Mikroklima und spenden Schatten. Neben Obstbäumen wie Birne, Pflaume und Quitte wachsen hier die seltenen Apfelsorten „Agathe von Klanxbüll“ und die exklusive „Renette von Seebüll“.

Das Ehepaar Nolde schuf in Seebüll ein Gartenkunstwerk – gestaltete Natur, die sich wie ein großes Gemälde in die nordfriesische Marschlandschaft einfügt.

Blühende Pflanzen im Mutterpflanzquartier mit dem Botanicum im Hintergrund des Nolde Museums Seebüll.
Mutterpflanzquartier mit Blick auf das Botanicum
Foto: M. Moeller

Botanicum

Im Gewächshaus Botanicum widmen sich die Gärtner der Erhaltung der ursprünglichen Bepflanzung des Nolde-Gartens. Hier sprießen Nachzuchten der einjährigen Sommerblumen und der durch Aussaat oder Teilung vermehrten Stauden. Ringelblumen, Königskerzen, Fingerhut und Herzgespann erhalten sich durch Selbstaussaat und dürfen – wie schon zu Noldes Zeiten – ihren Standort weitgehend selbst bestimmen.

Vor dem Botanicum können Nachzuchten der „Renette von Seebüll“ sowie einjährige Sommerblumen und Stauden wie Storchschnabel, Ochsenzunge und Türkischer Mohn erworben werden – ein Stück Seebüll für den eigenen Garten oder Balkon. Das handverlesene Saatgut aus dem historischen Nolde-Garten erhalten Sie im Museumsshop.

Vor dem Botanicum liegt das Mutterpflanzenquartier mit etablierten Stauden, die Ausfälle im Nolde-Garten ausgleichen können.

Saatgut kaufen

Saatgut kaufen

In unserem Webshop ist handverlesenes Saatgut aus dem historischen Nolde-Garten erhältlich.

Eindrücke aus dem Garten

Blühende Tulpen in Rosa und Weiß sowie Stiefmütterchen in Blau, Lila und Orange in den Beeten des Nolde-Gartens.
Farbenfrohe Frühjahrsblüten
Foto: M. Moeller
Blühende Stiefmütterchen in Blau/Lila, Gelb und Orange und rosa Tulpen im Nolde-Garten mit dem reetgedeckten Seebüllchen im Hintergrund.
Frühlingsbepflanzung in Seebüll
Foto: M. Moeller
Drei große rote türkische Mohnblüten im Vordergrund, unscharf ist das Nolde-Haus im Hintergrund zu sehen.
Rote türkische Mohnblüten vor dem Nolde-Haus
Foto: M. Moeller
Blick auf das Seebüllchen, teilweise verdeckt von hohen Pflanzen wie gelben Königskerzen und verschiedenfarbige Lupinen und Fingerhüten, an einem sonnigen Juni-Tag mit leicht bewölktem Himmel.
Seebüllchen im Juni, umgeben u.a. von blühenden Königskerzen, Lupinen und Fingerhüten
Foto: M. Moeller
Nahaufnahme eines Sommerbeets mit lila Buntschopfsalbei, rosafarbenen Cosmeen und pinken Astilben.
Vielfalt im Sommerbeet mit Buntschopfsalbei, Cosmeen und Astilben
Foto: M. Moeller
Nahaufnahme von pinken und orangefarbenen Strohblumen, im Hintergrund verschwommen das Nolde-Haus.
Strohblumen im Nolde-Garten mit Blick auf das Nolde-Haus
Foto: M. Moeller
Blühende Goldgarben, Sonnenblumen und Klatschmohn mit roten und gelben Farbakzenten.
Sommerliche Farbakzente mit Goldgarben, Sonnenblumen und Klatschmohn
Foto: M. Moeller
Blick vom Seebüllchen in den Nolde-Garten mit blühenden Dahlien, Sonnenbraut, Hängendem Fuchsschwanz, Kugeldistel und Margeriten entlang der Wege.
Dahlien, Sonnenbraut und Margeriten blühen entlang der Wege
Foto: M. Moeller
Farbenfrohe Dahlien in unterschiedlichen Sorten und Farben blühen im Spätsommer.
Spätsommer in Seebüll: Bunte Dahlien in voller Blüte
Foto: C. Sieber
Farbenprächtige Dahlien in verschiedenen Sorten und Farben an einem sonnigen Herbsttag.
Herbstliche Dahlienpracht
Foto: C. Sieber

Seebüllchen

Im reetgedeckten Gartenhaus „Seebüllchen“ suchten Emil und Ada bei herberem Wetter oft Unterschlupf und genossen ihren Tee mit Aussicht auf die Blumenpracht. Gearbeitet wurde hier auch: Während Emil Nolde 1930 in Haus Kliffende auf Sylt den ersten Band seiner Lebenserinnerungen handschriftlich verfasste, tippte Ada das Manuskript ab. „Im Gartenhaus war gestern die erste kleine Sitzung mit der Schreibmaschine … Zuerst ist Dein Stil etwas schwer, aber später ging es“, schrieb sie ihm.

Heute lädt Seebüllchen Besucher ein, in nostalgischer Atmosphäre den Blick über den Garten schweifen zu lassen wie einst Emil und Ada Nolde.

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